Seit meiner Jugend habe ich unter einer sich generalisierenden Angststörung gelitten. Diese hat mein Leben in weiten Teilen bestimmt und ausgebremst hat. Teils mit recht unangenehmen Folgen. Zum Abschluss des Heilungsprozess kam die Frage auf: Was nun? Will ich die breitgetretenen Wege weitergehen und darauf hoffen, dass ich von einer erneuten Angststörung verschont bleiben, mich vielleicht sogar medikamentös “in der Spur halten”? Nein, das ist keine Option. Also ein “Neuanfang”. Geht das in fortgeschrittenem Alter überhaupt noch? Und was sind die Optionen? 

Um das herauszufinden – und zwar beim Gehen der neuen Wege – habe ich einen Entschluss gefasst: ich orientiere mich bei Entscheidungen, beim Positionieren nicht mehr an Antworten, sondern an Fragestellungen mit dem Lernziel, immer bessere Fragen zu stellen. 

Da fällt mir ein Zitat aus der Feuerzangenbowle ein, das ich als Ausgangspunkt voran stelle: 

„Wo simmer denn dran?
Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also wat is en Dampfmaschin? Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten und vorne e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.“

Lehrer Bömmel in Die Feuerzangenbowle Hans Reimann?/