Auf die Idee ein politisches Tagebuch zu führen hat mich Kurt Marti gebracht. In seiner Variante bei GTB/Siebenstern veröffentlicht beginnt er so:

Ein Anruf. Danach der Einfall: notiere dir mal, was du an Mikropolitik erfährst, beobachtest. Tagebuch also, thematisch beschränkt, zeitlich befristet, nicht literarisiert, eine Art Protokoll: für mich, für andere.

Anlass war das Gespräch mit einer Lokalpolitikerin, die – wie sie sagt – erst zum Engagement überredet werden „musste“. Meine Gedanken danach: alle Welt schaut nach Berlin, je räumlich begrenzter das politische Spielfeld wird, je weniger Interesse scheint es zu geben. Stimmt das? Es gibt so viel an Vorurteilen, vermeintlichen Ohnmachtsgefühlen, gelebten Boshaftigkeit, …. Selten habe ich soviel ein abwertendes Miteinander-Gegeneinander erlebt; nur noch in christlichen Gemeinschaften. Aber das ist ein anderes Feld. Und dann die Frage: wie politisch ist Kultur? Und um diesen Aspekt soll es hier gehen.

Zunächst eine genauere Betrachtung, was damit gemeint ist.

Bei diesem gezielten Hinschauen und Notieren geht es darum zu verstehen, welche Zusammenhänge es zwischen dem politischen Handeln, kulturellem Schaffen gibt und wie sich Zugang dazu finden lässt, um mitzugestalten und durchaus auch um in den sich wehrenden Zustand zu gelangen (Stichwort: kreativer Widerstand). Für extravertierte Menschen ist dies sicher keine Herausforderung; dieses Tagebuch wird allerdings geführt aus der Sicht des introvertierten, hochsensitiven Menschen.


Kurt Marti - Politisches Tagebuch

Zum oben erwähnten Buch:
Kurt Marti – Politisches Tagebuch
Güterloher Taschenbücher Siebenstern – GTB 215
Erschienen 1977
Antiquarisch erstanden

Schreibe einen Kommentar